Yoga hilft gegen Schmerzen
Therapeutische Übungen im Yoga helfen auch gegen Rückenbeschwerden.
Nun erreicht der Trend auch Österreich.
Mit Yoga kann man Stress bekämpfen und zu mehr innerer Gelassenheit finden.
Die uralte indische Lehre lässt sich aber ebenso gezielt gegen Beschwerden des
Bewegungsapparats oder Bluthochdruck nutzen. In den USA, Indien, aber auch
in Deutschland und der Schweiz sind derartige therapeutische Übungen aus dem
Yoga schon sehr populär.
"Es ist manchmal selbst für mich unglaublich, welche Erfolge hier möglich sind.
Leute, die jahrelang unter Schmerzen litten, können mit diesen einfachen Übungen
wieder schmerzfrei leben", sagt Peter Poeckh, Yogalehrer in Mödling. Zum Yoga kam
er selbst vor zehn Jahren - wegen Schulter- und Rückenschmerzen vom intensiven
Tennisspielen. "Ich konnte meinen Arm nicht mehr heben. Nach einem halben Jahr
mit regelmäßigem Yoga waren die Schmerzen total weg."
Doch was unterscheidet die therapeutischen Übungen von herkömmlichem Yoga?
"Anders als in vielen Kursen gibt es keine fixen Abfolgen. Die Übungen werden
individuell angepasst", erklärt Poeckh. Das funktioniere für jede Altersgruppe.
"Ich habe sogar 70- und 80-jährige Teilnehmer. Dass man gelenkig sein muss,
ist ein Vorurteil." Jeder bekommt auf ihn abgestimmte einfache Übungen für zu
Hause. Stundenlanges, tägliches Meditieren steht also bei diesem therapeutischen
Ansatz nicht im Mittelpunkt: "Die Übungen basieren auf den neuesten wissenschaft-
lichen Erkenntnissen und dienen der Mobilisierung und Aktivierung von Muskulatur
und Gelenken."
Nebeneffekt Ruhe
Dass die Kombination mit konzentrierten Atemübungen auch Ruhe und Klarheit bringt,
ist vielfach ein positiver Nebeneffekt. Das bestätigten US-Forscher in einer aktuellen
Studie mit 228 Personen mit chronischen Rückenschmerzen. Eine Gruppe absolvierte
einen Yoga-Kurs, die zweite Dehnungsübungen. Eine dritte erhielt ein Buch, das über
Rückenschmerzen und Übungen informierte. Sie wurden 26 Wochen lang zu ihren
Schmerzen befragt. "Dass wir bei beiden Bewegungsansätzen die gleichen Ergebnisse
gefunden haben, legt nahe, dass der Nutzen von Yoga weitgehend auf die physischen
Effekte wie Stretching und Muskelstärkung zurückzuführen ist und nicht auf die mentalen
Komponenten", betonen die Forscher im Fachblatt Archives of Internal Medicine.
Yoga: Abnehmen mit Spaß und Leichtigkeit
Yoga ist laut einer neuen Studie ebenso effektiv
wie Aerobic, Bauch-Bein-Po- und Zirkeltraining,
wenn es um den Abbau von Fettzellen geht. Die
regelmäßigen Körperübungen wirken sich günstig
auf den Hormonhaushalt aus, senken den Blut-
zuckerspiegel und reduzieren Heißhungerattacken.
Der geradezu schöne Nebeneffekt ist auch, daß
Geist und Seele in Einklang kommen und gestärkt
werden.
Yoga-Atemübungen und Meditation helfen bei Depression
Yoga-Atemübungen und Meditation können Rückfälle bei Depression
mildern, dies besagt eine aktuelle amerikanische Studie, die von Zindel
V. Segal vom „Centre of Addiction and Mental Health“ in Toronto ver-
öffentlicht wurde.
Zindel Segal vom Centre for Addiction and Mental Health in Toronto
bezeichnet die vom ihm entwickelte Therapie als „Mindfulness-based
cognitive therapy“, was deutschsprachige Therapeuten, die das Kon-
zept übernommen haben, mit „achtsamkeitsbasierte“ kognitive Ver-
haltenstherapie übersetzen.
Sie umfasst neben der Einsicht (Kognition) und der darauf basierenden
Änderung des Verhaltens eine dritte „Welle“. Diese zielt darauf, die Pa-
tienten vor sogenannten Ruminationen zu bewahren. Dieser Begriff um-
schreibt das wiederholte und anhaltende Grübeln vieler Patienten über
ihr Schicksal, das sie zunehmend erschöpft und das Abgleiten in die
nächste depressive Episode fördern kann.
Dies soll durch Yoga-Übungen verhindert werden, in denen die Patienten
sich, profan ausgedrückt, auf andere Dinge konzentrieren sollen. Über die
Atemübungen des Yoga wird eine mediative Achtsamkeit angestrebt.
Sie soll den Patienten helfen, ihrer depressiven Gedankenwelt zu entkom-
men, indem sie dieselbe von außen als Teil ihrer Persönlichkeit zu betrach-
ten und zu akzeptieren lernen, (Motto: „so sein lassen, wie es ist“) um
ihnen dadurch den Realitätsgehalt zu nehmen (“Gedanken sind nicht Tat-
sachen”).
In der Studie wurde dieser Therapieansatz an 28 Patienten erprobt, die
sich unter einer medikamentösen Therapie von einer depressiven Episode
erholt hatten. Sie setzten die Medikamente langsam ab, und nahmen an
Gruppenmeditationen teil, die im Wochenabstand achtmal durchgeführt
wurden.
Danach konnten sie an monatlichen Treffen teilnehmen. Die achtsamkeits-
basierte kognitive Verhaltenstherapie war nicht immer erfolgreich. Segal
gibt die Rezidivrate mit 38 Prozent an. Sie war damit aber geringer als in
einem Placebo-Arm, in dem 60 Prozent der Teilnehmer einen Rückfall erlitten.
In einem dritten Arm mit einer fortgesetzten antidepressiven Therapie betrug
die Rezidivrate 46 Prozent. Damit waren die Mediationen ebenso wirksam wie
die Medikamente. Segal sieht sie als eine mögliche Alternative für Patienten,
die die Medikamente nicht vertragen oder sie nicht auf Dauer einnehmen möchten.
(Quelle: aerzteblatt.de)


